ImagiNation
introducing ole olsson
15 Mai 2006
>>>heute trinken wir auf: DIE NIKOTINSCHEIBE - eine grosse errungenschaft von einem jungen mann mit einem grossen mass an ironischer überheblichkeit
aber zurück zum punkt - der nikotinscheibe. dieses herrliche gefühl, das einem überkommt, nachdem man 2/3 der zigarette zu ende geraucht hat. wenn man denkt, man fliege jetzt die nächste treppe hinauf und sich sekunden später auf ebendieser liegend findet. genau dieses gefühl, bei dem man wunderbar auch seine blase leerlaufen lassen kann - wohin auch immer.
es ist ein sensibles gefühl, das gehegt werden muss. provoziert man es zu oft, läuft man gefahr, dass es immer weniger auftaucht oder gar ganz verschwindet. vor lauter zugzwang, es wiederzufingen, zündet man aber dann doch wieder eine chesterfield an...und noch eine...und noch viele mehr. nein! so geht das nicht! rauchen muss mass haben. rauchen tu ich deshalb beispielsweise nur dann, wenn ich diese scheibe will. okay, da braucht es mehr kriterien, denn diese scheibe hätte ich am liebsten den ganzen tag - es würde sich so leicht die zeit überstehen lassen!
aber: es geht um die scheibe, nicht um das rauchen. versuche also nicht noch einmal, mich von thema wegzulenken, das nervt!
hast du feuer?
14 Mai 2006
>>>cognitions through music
d’sch di gschicht vumä ma wa äs tagsch isch ärwachet und gwisst het: „hittu ställ i d'wält uf du chopf!“. är isch nervösä cho und ds härz het afah gumpu, är hetschi gschnittu bim rasiäru und d'milch isch mu ubärkocht, äso üfgregt isch är gsi. är isch gsecklu us um hüüs und het's in d'luft griäft: „alles wird annärsch - iär wärdät'sch gseh!“. är isch grännt und grännt und grännt und grännt där ganz wäg bis zum bahnhof - är het eifach miässu.
„hitu!“, hitu het dr ma gseit, „hitu, da stell i d'wält uf du chopf!“
„hitu!“, hitu het dr ma gseit, „hitu ischs ziit!“
där ma het schich zwar äs chleis bitzji gwundru dass alli beim d'wurzlä immär no heint unnina ka und d'chronä obina. am bahnhof isch är ds erschtusch mal ärchlipft: di fröi mit däm hund isch wiä immär da am egg gstannu und d'ühr isch gluffu im uhrzeigersinn, wiä wännsch niä epis kehrt hengi vo dr andru richtig. und wa där zug isch cho isch är bleichär cho där ma will dr zug isch immär no uf 2 schinä gschtanne.
„hitu!“, hitu het dr ma gseit, „hitu, da stell i d'wält uf du chopf!“
„hitu!“, hitu het dr ma gseit, „hitu ischs ziit!“
ds tram isch immär no blau gsi und isch immär no genau am 13 ab agfahre und där ma isch immärno froh gsi dass är schiinä platz het kah. s'git eifach sachä wa güät so chännunt bliibu wiäsch sind! är het schich gfregt där ma ob all das doch nit sonä güäti idee isch gsi – „mu müäss halt im chleinu afah.“, het är schich gseit und isch dra: und är het alli schtämpfla vo der eintu schubladu in d'andri getah
„hitu!“, hitu het dr ma gseit, „hitu, da stell i d'wält uf du chopf!“
„hitu!“, hitu het dr ma gseit, „hitu ischs ziit!“
„wartäd nummu - hitu stell i d'wält uf du chopf!“
[2005 | sina | all:tag | d'wält uf um chopf]
stimmt: es ist nicht allzu einfach, den text da oben zu verstehen, erst recht, wenn man kein schweizer ist. beklemmenderweise ist die mehrheit der leser dieser zeilen hier den schweizer dialekten nicht mächtig...deshalb sei gnade mit euch - eine ungefähre deutsche fassung dazu, frei übersetzt von mir:
dies ist die geschichte eines mannes, der eines tages erwacht ist und sich bewusst wurde: "heute stelle ich die welt auf den kopf!". er wurde nervös und sein herz begann, schneller zu klopfen - schnitt sich beim rasieren und die milch ist ihm übergekocht, so aufgeregt war er. er rannte aus dem haus und schrie's in die luft: "alles wird anders - ihr werdet's sehen!". er rannte und rannte und rannte, den ganzen weg bis zum bahnhof - er konnte einfach nicht anders.
„heute!“, heute hat der mann gesagt, "heute stelle ich die welt auf den kopf!"
„heute!“, heute hat der mann gesagt, „heute ist es zeit!“
der mann wunderte sich zwar ein wenig, dass alle bäume ihre wurzeln immer noch unten tragen und die kronen oben. am bahnhof ist er dann das erste mal erschrocken: die eine frau mit dem hund stand immernoch am selben ort wie immer und die uhr lief im uhrzeigersinn als ob sie nie etwas von der anderen richtung gehört hätte. als der zug kam wurde der mann bleich, weil der zug immernoch auf zwei gleisen stand.
„heute!“, heute hat der mann gesagt, "heute stelle ich die welt auf den kopf!"
„heute!“, heute hat der mann gesagt, „heute ist es zeit!“
das tram [=strassenbahn] war immernoch blau und fuhr immernoch genau dreizehnnach und der mann war noch immer froh, seinen platz zu haben. es gibt einfach dinge im leben, die gut so bleiben können, wie sie sind! da hat sich der mann gefragt, ob seine ideen wohl doch nicht so gut sind: "man muss halt im kleinen anfangen.", sagte er sich und hat alle stempel von der einen schublade in die andere getan.
„heute!“, heute hat der mann gesagt, "heute stelle ich die welt auf den kopf!"
„heute!“, heute hat der mann gesagt, „heute ist es zeit!“
"wartet nur - heute stelle ich die welt auf den kopf!"
